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Die Kunst ist auf dem Weg |
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Weilheim - Die Kunst kommt zu den Menschen: Sechs Wochen lang sind an der Ammer Kunstwerke zu entdecken - Bilder, Skulpturen in Holz, Glas, Stein und Metall, Installationen oder auch Gedichte. 40 Künstler und sechs Schulen gestalten die Kulturstraße III zwischen Au und Naturfreundehaus. Zweimal gab's die Kulturstraße schon (2001 von Herrsching nach Andechs, 2003 zwischen Tutzing und Bernried), laut Initiatorin Dr. Gisela Forster gibt es „inzwischen Fans, die reisen aus Berlin an". Gemeinsam mit Monika Zöttl von |
Weilheims Naturfreunden, die die Kulturstraße in die Kreisstadt holte, will Forster mit der Aktion „neue Impulse Richtung Kunst setzen - gerade in Zeiten, da viele nur noch rechnen und sich um Existenzsicherung kümmern". Eröffnet wird die Kulturstraße III diesen Samstag, 19. Juni, am Naturfreundehaus. um 15 Uhr trifft man sich zur gemeinsamen Begehung, ab 18 Uhr ist Vernissage mit Grußworten und Musik, gegen 22 Uhr steigen Lichterballone. Die Kulturstraße dauert bis 31.Juli. mr Info im Internet: www.kulturstrasse.de |
| GISELA FORSTER aus Berg ist Philosophin, Kunsterzieherin und Initiatorin der Kulturstraße. | MONIKA ZÖTTL aus Weilheim ist Kunsterzieherin und organisiert die Kulturstraße III an der Ammer. | |
| Klar. Die meisten Menschen bewegen sich heutzutage auf der Straße - und wenige schauen sich Kunst an. Also ist es höchst notwendig, Kunst und Straße zu verbinden. Und Straßen haben ein Ziel, sind Bewegung - das ist auch gut für die Kunst: weg von der Statik, hin zur Dynamik. | Kunst und Straße - passt das denn zusammen? | Beides hat was mit Bewegung zu tun, mit Leben. Das ist nichts Starres. Für mich passt das: wo hinkommen, wo ankommen .. |
| Weil es das Aktuellste an Kunst ist, was es gegenwärtig gibt. Wir haben das verstaubte Museum verlassen wie die 68er damals das verstaubte System. Und wir lassen den Künstlern sehr viel Freiheit. Oft sind da so viele Vorgaben - aber hier ist der Künstler wirklich frei. | Warum darf man die Kulturstraße auf keinen Fall versäumen? | Weil's so was in Weilheim in dieser Form bisher nicht gegeben hat. Und weil es hier eine Kunstszene quer durch die Generationen gibt. Und dann sollte man auch die Ammer ein bisschen ins Bewusstsein rücken - und der Au schadet's auch nicht. |
| Die Begeisterungsfähigkeit der Künstler. Man muss nicht viel erklären, jeder weiß gleich, worum es geht, und findet seinen Platz. Und da ist ein ganz breites Spektrum von Politikern, Kunstsachverständigen und Leuten aus der Wirtschaft, die uns unterstützen. Das gab's bisher nicht. | Ihre größte
Freude an der Kulturstraße III? |
Dass sie stattfindet. Und dass wir's finanzieren können - das war nicht immer so ganz sicher, denn es steckt schon einiges dahinter mit Versicherungen, Material und so weiter. Dank Weilheimer Firmen steht es jetzt aber auf soliden Beinen, da bin icb sehr froh. |
| Bis jetzt haben wir noch keine Kritiker. Ich denke, die Probleme kommen erst im Prozess. Bis jetzt ist nur Begeisterung da - das kann sich natürlich schnell ändern, wenn ein Werk auf Widerstand stößt. | Das größte
Problem der Kulturstraße III? |
Das war eigentlich die Finanzierung, weil es mit den öffentlichen Zuschüssen nicht so gelaufen ist, wie wir dachten. Die Sparmaßnahmen waren die größte Hürde. |
| Jetzt ist die Straße am Wasser. Es wird sich zeigen, wie die Künstler damit umgehen, auch mit eventuell drohendem Hochwasser. Und diesmal fehlt das Auto. Man muss mit dem Rad oder zu Fuß kommen, das ermöglicht eine ganz neue Dimension des Hinschauens. | Was unterscheidet die Weilheimer Kulturstraße von den vorhergehenden? | Dass mehrere Schulen mit Gemeinschaftsprojekten dabei sind, als spezieller Schwerpunkt. Und es sind hier natürlich ganz andere Bedingungen - wir haben nicht den Starnberger See, wie es letztes Jahr bei der Kulturstraße Tutzing-Bernried war. Aber dafür haben wir die Ammer. |
| Es werden natürlich Leute kommen, die immer Kunst anschauen. Aber die meisten werden wieder „Zufallskunden" sein, die gar nicht wissen, dass Kulturstraße ist. Und es geht auch um die Lästerer. Allein zu erreichen, dass Menschen berührt werden, ist ja schon was. | Auf welches Publikum hoffen Sie? | Vor allem auf viel Publikum. Ich glaube, dass es sehr gemischt sein wird: Jogger, Spaziergänger oder Radlfahrer, die zufällig vorbeikommen; aber auch Familien, die sonst nicht unbedingt in ein Museum gehen. Dadurch, dass es im Freien ist, spricht man eine sehr große Gruppe an. |
| Kunst und Kreativität sind die wichtigsten Punkte in meinem Leben. Schöpferisch tätig sein und eigenständig denken - das ist eigentlich die Qualität des Menschseins. Alles andere ist doch eher Leben absitzen. | Was bedeutet Ihnen persönlich Kunst? | Mei, ich bin Kunsterzieherin. Das ist mein Leben, mein Beruf. Man will sich einfach ausdrücken. Und Kunst kann doch viel kanalisieren: In der Regel sind es ja recht friedliche Leute, die sich mit Kunst beschäftigen. |