| Weilheim Wieder einmal wird in Weilheim Kunst zur öffentlichen Sache. Eine Kunstmeile soll von der Au bis zur Ammer Kultur und Kurzweil bieten. Am 19. Juni startet die öffentliche Kunstschau, bei der Objekte, Skulpturen und Bilder die Wege in den Ammer-Auen säumen. Auch die dritte Kulturstraße, nach Andechs und Bernried, läuft unter der Regie von Gisela Forster.
SZ: Mit welchen Erwartungen gehen Sie an die Weilheimer Kulturstraße heran?
Forster: Die Kulturstraße Weilheim verspricht eine großartige Sache zu werden, weil sich sehr unterschiedliche Künstlerinnen und Künstler
zur Mitwirkung angemeldet haben. Damit erfüllt sich für mich der Wunsch, dass Kunst aus der Enge und Begrenztheit herausgeht, dass sich Kunstschaffende aus unterschiedlichen Kreativitätsbereichen für die Menschen öffnen und dadurch viele
Kunstbetrachtende erreichen werden.
SZ: Erwarten Sie auch in Weilheim Probleme, nachdem Sie bereits in Andechs und besonders auch in Bernried, auf Kritik, ja Ablehnung gestoßen sind?
Forster: Auf Kritik und Opposition sind wir mit dem Kulturstraßenprojekt immer schon gestoßen. Das ist naturbedingt. Kunst muss herausfordern, sonst ist sie keine Kunst. Kunst muss in Grenzbereiche, muss Barrieren überschreiten. Sie darf nicht im kosmetischen Ästhetisieren verharren. So rechne ich auch in Weilheim mit Begeisterung und Kritik. Wichtig ist, dass die Kritik schnell kommt, dann können wir Künstlerinnen und Künstler reagieren, erklären, um Verständnis bitten, in einen Dialog einsteigen.
SZ: Die Kulturstraße III geht
auf eine Initiative der hiesigen Naturfreunde zurück. Wie weit sind Sie an der Planung und
Durchführung der Weilheimer Kulturstraße beteiligt?
Forster: Ich habe in allen Bereichen der Planung und der Realisierung mit gearbeitet. Bei
der Festlegung der Route habe ich meine Erfahrungen mit ein gebracht. Natürlich werde ich auch selbst Kunstwerke aufstellen.
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Menschen erreichen will Gisela Forster.
fxf
Mein erstes von drei abgeschlossenen Studien war ein
Studium an der Kunstakademie. So sind Kunst und Kreativität ein ganz wesentlicher Teil meiner Persönlichkeit.
SZ: Warum machen Sie Kulturstraßen?
Forster: Ich möchte viele, viele Menschen ansprechen. Viele, viele Ideen zeigen und Phantasien und Vorstellungen verbildlichen. Alle Menschen erreichen, die dort wohnen, die dort Radfahren,
spazieren gehen, Boot fahren, die Natur erleben wollen. Die Kunst muss raus aus den reichen Hinterzimmern. Das, was geschaffen und gezeigt wird, wird auch gesehen. Das ist das Ziel.
SZ: Welche Rolle denken Sie dem Besucher zu?
Forster: Es ist wichtig, der Kreativität gewaltfreie Sprachrohre zu verschaffen. Vom Projekt
Kultur-
straße gehen Botschaften an außergewöhn-
lich viele Menschen aus. Für den Betrachter entsteht so die Möglichkeit, in einen kreativen Prozess einzusteigen, sein kreatives Potential zu wecken und es entsteht ein gewaltfreier Kommunikationsprozess.
Interview: Barbara Könnecke
In der BR-Reihe „Lebenslinien" zeigt die Weßlingerin Constanze Hegetusch am Montag, 7. Juni,
19:30 Uhr, ein Porträt von Gisela Forster.
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