Die Presse berichtete
Süddeutsche Zeitung, STA, 03.08.2004


Die Kulturstraße hat seine Zukunft

Nach dem Erfolg in Weilheim haben sich Interessenten 
aus Landsberg, Dießen und Polling gemeldet

Weilheim  Mit den Kulturstraßen sei es wie mit dem Bergsteigen, meinte Gisela Forster, Initiatorin und Künstlerin aus Berg, die an der Planung und Durchführung der Weilheimer Kulturstraße III nach Andechs/Herrsching und Tutzing/Bernried in den vorausgegangenen Jahren maßgeblich beteiligt war. Man wisse nicht, was unterwegs alles passieren wird, ob Stürme oder die Sonne auf dem Gipfel warten. Am besten sei es deshalb, die Zähne zusammen zu beißen und eisern durchzuhalten.
    Von anstrengendem Durchhaltewillen war allerdings am vergangenen Samstagabend bei der Finissage nichts mehr zu spüren. Die Weilheimer Naturfreunde, die das das sechswöchige Kulturereignis initiiert hatten, luden zu einem romantischen Sommerfest auf ihrem Gelände an der Ammer. Musik, Tanz, Theater und brennende Schifflein auf dem nachtdunklen Fluss bildeten den stimmungsvollen Abschluss einer kulturellen Veranstaltung, die rundum gelungen war.
    Die Freude an der insgesamt erfolgreichen Aktion war dennoch nicht ganz ungetrübt. Mehrere Kunstwerke sind mutwillig beschädigt worden (SZ berichtete). Kein Grund allerdings für den Schirmherrn, Bürgermeister Markus Loth, sich den Wind aus den Segeln nehmen zu lassen. 

Es seien wohl die Fußgänger, die sich herausgefordert fühlten, Hand an die Objekte zu legen, vermutete Gisela Forster. Die nächste Kulturstraße solle deshalb voraussichtlich, wie bereits in Andechs, wieder an einer Autostraße entlang führen. Die Objekte müßten entsprechend größer und für Autofahrer gut sichtbar plaziert sein. Kunstobjekte, die künftig auch für Fußgänger erreichbar seien, sollten von vornherein als Spielobjekte konzipiert sein, bei denen ein „Hinlangen" der Betrachter sogar erwünscht sei, überlegte Künstlerin Gisela Forster, deren Werke selbst teilweise Opfer, der Zerstörungswut geworden sind.
    Die Kulturstraßen bleiben auch weiterhin im Aufwind. Gleich drei Angebote für die Kulturstraße IV sind bei den Weilheimer Veranstaltern bereits eingegangen. Die Stadt Landsberg bekundete ihr Interesse und schlug das Lech-Ufer als neuen Veranstaltungsort vor. Auch Polling befindet sich auf der Bewerberliste und das Ammersee-Westufer in Richtung Dießen steht ebenfalls zur Diskussion. Bis dahin seien aber in jedem Fall noch zwei Jahre Zeit, bekundete Gisel Forster. So etwas könne man nicht jedes Jahr machen.

BARBARA KÖNNECKE