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Dr. Gisela Forster

SYSTEMKUNST

(ein Text zur Ausstellung im Herbst 2013)

Systemkunst ist eine Kunst, die sich nicht ausschließlich nach ästhetischen Regeln richtet, so dass Bilder des "Wohlseins" entstehen, sondern Systemkunst ist eine Kunst, die verschiedene Zusammenhänge bildnerisch aufzeigen will und dazu anregen soll, über diese Zusammenhänge = Systeme zu reflektieren.

Die Ausstellung in Gisela Forster's Kunsthaus am Wörthsee zeigt ein Werk aus dem Bereich der Systemkunst, das zusammengesetzt etwa 150 Teile umfasst. Diese erstrecken sich über Haus und Garten:

Im Haus werden die 3 großen Rahmensysteme, in die der Mensch eingebunden ist, ohne dass er selbst es so gewollt hat, gezeigt:

- Die Familie - Die Nachbarn - Die regionalen Kirchen oder Strömungen -

Alle 3 Rahmensysteme hat der Einzelne nicht selbst bestimmt, nicht selbst gewollt und nicht selbst gewählt. Sie wurden ihm zugeordnet - ohne seine Mitwirkung, ohne seine Einwilligung und ohne seine Zustimmung.

So wurde der Mensch in eine bestimmte Familienstruktur mit bestimmten Personen hineingebunden, ohne darauf irgendeinen Einfluß zu haben. Er muss dieses Rahmensystem Familie so hinnehmen, wie es ihm gegeben wurde, ebenso das Rahmensystem Nachbarschaft, das er sich durch die Zuordnung in einen Raum zugezogen hat und auf das er keinen Einfluß hat. Das kirchliche Rahmensystem, das dem Menschen einen größeren Rahm geben soll, in dem er auch Geborgenheit und Zuordung erfahren kann, funktioniert noch gut im Bereich der evangelischen Kirche, im Bereich der katholischen Kirche bröckelt es vehement und ist phasenweise nur noch als verrosteter Rahmen erkennbar.

In diesen Rahmensystemen kann der Mensch sein Ich entwickeln. Dabei ist er von seinen eigenen Trieben umwoben: den positiven Trieben, wie denen der Lebenserhaltung, der Selbsterhaltung, dem Erfolg, der Kommunikation, dem Helfenwollen, dem Lachen, dem Kreativ sein ebenso wie den belastenden Trieben, wie dem Neid, der Gier, der Habsucht, der Völlerei, der Rache, der Zerstörung, dem Mißbrauch, der Hochstapelei, der Gefangenennahme, der Überheblichkeit und der Lüge. Früher nannte man einen Teil dieser Triebe Wurzelsünden.

Es liegt am Menschen, die eigenen Triebe, die eigenen Begabungen, zu erkennen und auszubilden. So kann Mensch einen Platz finden im System der Denkenden, der Lachenden, der Siegerinnen oder Sieger, der Erfolgreichen, der Künstler und Künstlerinnen, ebenso wie im System der Sensiblen, der Verzweifelten oder der Tragischen. Alle diese Lebens-Facetten sind im Bereich eines positives Menschsein. Es sind also nicht nur, wie in der Ausstellung gezeigt, die Erfolreichen und Sieger, also die von außen geachteten Systeme, die anzustreben sind, sondern es sind ebenso die zumeist verschleierten und versteckten Systeme der Sensiblen, Verzweifelten und Tragischen, die Leben lebbar machen, auch wenn es die Menschen in diesen Systemen schwerer haben und größere Lasten tragen - und notwendigerweise die Helfer und Helferinnen brauchen, um Leben zu begreifen. Helfer, die in der Ausstellung hautnah neben den Verzweifelten stehen.

Abgeschieden, aber auch existent sind die gescheiterten Menschen, also Menschen, die ihr Inneres nicht in eine menschen- und systemverstehende Richtung bringen konnten: Die Menschen, die betrogen, ausgenützt, erpresst, missbraucht, eingesperrt, Gefangen genommen, gequält und ausgelöscht haben. Sie werden in der Ausstellung im zerfallenen Haus am Rand gezeigt, zusammen mit Ruinen, Schutt und Zerstörung. Die Helfer sind außerhalb dieses Raumes. Die Menschen drinnen ließen sich nicht helfen.

Es liegt am Menschen selbst, zu denken, seine Begabungen im großen Feld der positiven Systeme zu entfalten, zu leiten, zu siegen, zu empfinden oder auch zu helfen, und bewußt nicht ins System der Gescheiterten abzurutschen.

Der größte Teil der Ausstellung zeigt Menschen, die durch ihr positives Lebenssystem in ihrem individuellen Bereich berühmt wurden.



Dr. Gisela Forster
- Philosophin
- Oberstudienrätin
- Dipl.-Ing. für Architektur u.Städtebau
- Bildhauerin
- Exam. Pflegedienstleitung

Mobil:+49 (0)172 8535405
Mail: dr.gisela.forster@forestfactory.de


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